Zeitzeugen

Sehnsucht nach Kunst und Freiheit. Plzeň/CZ

Milan Knížák

Prof. Milan Knížák, DrA., wurde am 19. April 1940 in Pilsen geboren und wuchs in Blovice auf. Im Sommer 1945 zogen seine Eltern nach Marienbad, wo sein Vater als Lehrer und seine Mutter als Finanzmanagerin arbeitete. Er besuchte eine erweiterte Grundschule in Plané u Mariánské Lázní, nach seinem Abschluss im Jahr 1957 bewarb er sich erfolglos um ein Studium an der Akademie der bildenden Künste (AFA) in Prag, danach studierte er kurzzeitig an der Pädagogischen Universität. 1958 wurde er in den AFA-Vorbereitungskurs aufgenommen, ein Jahr später jedoch exmatrikuliert. Nach Ableistung seiner Wehrpflicht arbeitete er als Reinigungskraft. Seit den frühen 1960er Jahren widmet er sich der Kunst, insbesondere Happenings und Aktionskunst. Von 1963 bis 1964 studierte er an der AFA, schloss sein Studium jedoch nicht ab. Ab 1965 war er Mitglied des Verbandes bildender Künstler, ab 1966 wurde er von der Staatssicherheit als Feindbild vermerkt. Auf Einladung der Gruppe Fluxus verbrachte er die Jahre 1968-1970 in den Vereinigten Staaten von Amerika (Vorträge, Happenings). Ab Anfang der 1970er Jahre stand er unter staatlicher Überwachung; Auch ihm stand der Prozess bevor. 1974 erhielt er ein einjähriges Stipendium der Berliner Stiftung DAAD, das er erst fünf Jahre später, von 1979 bis 1980, wahrnahm. In den 1980er Jahren absolvierte er mehrere Studienaufenthalte in Deutschland. Von 1990 bis 1997 war er Rektor der Akademie der bildenden Künste in Prag, von 1999 bis 2011 Direktor der Nationalgalerie in Prag. Er hält Vorträge an Universitäten und organisiert Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, er hat mehrere Bücher veröffentlicht. Prof. Milan Knížák lebt in Prag.

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