Zeitzeugen
Der Wahrheit mit der Kamera auf der Spur. Prag/CZ
Libuše Jarcovjáková wurde 1952 in Prag in eine Künstlerfamilie geboren. Neben ihren Eltern wurde sie als Teenager vor allem von der Freundin ihrer Mutter, der Designerin Ester Krumbachová, beeinflusst. Aufgrund ihrer familiären Herkunft absolvierte sie eine Grafikschule und wurde erst nach wiederholten Versuchen Mitte der 1970er-Jahre zum Studium der Fotografie an der Prager Filmakademie zugelassen. Zwischenzeitlich arbeitete sie mehrere Jahre als Arbeiterin in der Druckerei Svoboda und begann dort auch mit der Fotografie zu experimentieren. Auf dieser Erfahrung baute sie während ihrer schulischen Arbeit auf, die sich dem damaligen Mainstream widersetzte. Sie fotografierte Minderheiten wie Prager Roma-Familien, vietnamesische Arbeiter und später die Homosexuellen-Gemeinschaft, was ihr auch dabei half, ihre eigene sexuelle Identität zu klären. Mitte der 80er Jahre verbrachte sie eine kurze Zeit in Japan und emigrierte anschließend nach West-Berlin, wo sie bis zur Samtenen Revolution lebte und fotografierte. Anschließend kehrte sie in die Tschechoslowakei zurück und lebte und arbeitete seitdem in Prag. Weitere Informationen (in Englisch): https://www.pametnaroda.cz/en/jarcovjakova-libuse-1952 Im Programm arbeiten wir außerdem mit einem kurzen Trailer zur Dokumentationsreihe Art in der Isolation, in der Zeitzeugen aus der Sicht der Künstler an die totalitäre Ära erinnern: https://www.youtube.com/watch?v=apfhEff3I0Y