Zeitzeugen
Der Mut zur Freiheit.
Halle (Saale), Dresden/DE & Prag/CZ
Heidi Bohley
Heidi Bohley begann 1969 in Halle ein Studium an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein. Etliche Kommilitonen hatten 1968 in Prag die Invasion der sowjetischen Panzer mit eigenen Augen gesehen, die den Prager Frühling gewaltsam niederschlugen. 1973 wurde ihre Tochter Marí geboren. Deren Vater, ein Prager Student, starb nur drei Monate nach der Geburt seiner Tochter. Der Kontakt zu den tschechischen Verwandten riss nie ab, aber nach einem Besuch bei Vaclav Havel 1985, dessen Buch „Versuch in der Wahrheit zu leben“ großen ermutigenden Einfluss auf die DDR-Opposition hatte, durfte Heidi Bohley nicht mehr in die Tschechoslowakei einreisen. Trotzdem lebte sie immer nach Havels Satz: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“