PROJEKTWORKSHOPS
Bürgerjournalismus
Der „Schulkarzer“ – Das ehemalige Gefängnis der Sowjets an unserer Schule
In Zusammenhang mit den Projekttagen bei zusammen.HALT beschäftigen wir uns mit „unserem“ Denkmal und dem Schulkarzer. Doch was sind die genauen Hintergründe und die Geschichte des Karzers? Wurden dort wirklich Schüler mit schlimmen Methoden bestraft oder gab es ihn bloß zur Abschreckung?
Anfangs, als noch die sowjetischen Kommandanten in der Schule ihr Hauptquartier hatten, waren die Zellen für die Soldaten da, welche einfache bis schlimme Vergehen begangen hatten oder beispielweise Geschlechtskrankheiten besaßen. Diese Gefangenen verbrachten ihre Tage jedoch nicht nur in ihren Zellen, sondern mussten unter anderem auf dem Bau mitarbeiten.
Als das Gebäude später zu DDR-Zeiten als EOS – Erweiterte Oberschule – genutzt wurde, nahm man das ehemalige Gefängnis als Schulkarzer in Betrieb. Dort wurden aber meistens keine Schüler eingesperrt, außer „wenn sonst nichts mehr half“. Andere Bestrafungen waren, dass Schüler sich während des Unterrichtes hinstellen, auf die Strafbank setzen oder Strafarbeit verrichten mussten. Erst wenn „nichts mehr half“, konnte leichte Gewalt angewandt werden.
Nach der Nutzung als Gefängniszellen wurden die Räumlichkeiten auch als Kohlekeller genutzt. Heutzutage ist der Schulkarzer nicht mehr in Betrieb, jedoch aufgrund seiner Vergangenheit denkmalgeschützt und immer noch ziemlich gut erhalten. Das sieht man unter anderem an den kyrillischen Inschriften an den Türen, die für diejenigen, welche es können, lesbar geblieben sind. Lediglich die fünf Zellen sind nicht mehr im optimalen Zustand, auch wenn sie von ehemaligen Abiturienten gereinigt wurden. Jetzt werden sie nur noch zum Sichtbarmachen vergangener Geschichte genutzt.