Zeitzeugen

Parolen am Blauen Wunder. Dresden/DE

Lutz Kandler

Kurz nach dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 malten drei Jugendliche den Spruch „Nieder mit Ulbricht“ an die als „Blaues Wunder“ bekannte Brücke in Dresden. Für diesen verbalen Angriff gegen den damaligen obersten SED-Funktionär und Staatsratsvorsitzenden der DDR wurden die drei Freunde von der Staatssicherheit ins Untersuchungsgefängnis auf der Bautzner Straße in Dresden gebracht und verhört. Wegen „staatsgefährdender Propaganda“ wurden sie verurteilt und saßen mehrere Jahre im Gefängnis. Lutz Kandler erinnert sich später: „Das Schlimmste waren die lauten Geräusche, wenn Wärter uns eingeschlossen haben.“ Nach der Friedlichen Revolution wurden die drei Männer rehabilitiert. Lutz Kandler arbeitete lange als Lehrer in Dresden und führt heute als Zeitzeuge durch die Gedenkstätte Bautzner Straße.

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