Zeitzeugen

Mail Art und Stasi-Verfolgung.
Dresden/DE

Jürgen Gottschalk

Jürgen Gottschalk und einige andere Künstler in Dresden ließen sich Ende der 1970er Jahre von der Mail Art-Bewegung insbesondere in Polen inspirieren. Sie gestalteten künstlerische Postkarten mit kritisch-ironischen politischen Botschaften, die sie weltweit versandten und welche sie nach deren Rücksendung in privaten Ausstellungen mit Freunden und Gleichgesinnten präsentierten. Diese Aktivitäten wurden von der DDR-Staatssicherheit umfassend überwacht und mit sogenannten „Zersetzungsmaßnahmen“ bekämpft. Jürgen Gottschalk erhielt Berufsverbot, er wurde verhört, inhaftiert und 1985 nach Westdeutschland freigekauft. 1991 kehrte er nach Dresden zurück, wo er heute lebt und arbeitet. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit führt er heute Besuchergruppen durch die Gedenkstätte Bautzner Straße.

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